"Vertraut den neuen Wegen" - Gemeindefest 2022

05_essen_letzibruecke (Foto: Katharina Meier)
Sie sind verschiedene Wege gegangen. Nun wurden sie aus der Vorsteherschaft der evangelischen Kirchgemeinde Unteres Toggenburg verabschiedet: Elsbeth Roth nach 24, Susanne Zehnder nach acht und Enzo Fuschini nach elf Jahren.
Katharina Meier,
1984 erstmals angefragt, ob sie bei einer «Kafistube» mithelfen wolle, wurde die Bütschwilerin Elsbeth Roth 1998 bereits in die Kirchenvorsteherschaft gewählt. Widmete sie sich zuerst der Missionsarbeit, kümmerte sie sich kurz darauf um die ältere Generation, nahm in der Planungsgruppe Einsitz, ebenso zweimal in der Pfarrwahlkommission, erlebte den Umbau des Pfarrhauses Bütschwil und zwei Gemeindezusammenschlüsse. Sie genoss den Kontakt zu den Kirchenmitgliedern und diese wiederum das Dasein und die Hilfsbereitschaft von Elsbeth Roth. Die Kirchgemeinde darf auch in Zukunft ab und zu auf die Gastfreundschaft der Zurückgetretenen zählen, sagte die Präsidentin Annelies Gämperle.

Offen, ehrlich und direkt
2014 kam Susanne Zehnder in die Kirchenvorsteherschaft und wurde mit dem Unterrichtsressort betraut. «Ein nicht immer leichtes Unterfangen», so die Vizepräsidentin Sonja Britt, doch mit ihrer offenen, ehrlichen und direkten Art konnte Susanne Zehnder viel Goodwill schaffen und verströmte eine beneidenswerte Ruhe – dies trotz grosser Umwälzungen im Bildungswesen und beim Religionsunterricht. Damit ist nun Schluss.

Elf Jahre als Präsident

Schluss ist auch für den Kirchgemeindepräsidenten Enzo Fuschini. Er stiess 2011 zur Kirchenvorsteherschaft. Aus einer Not heraus, denn der damaligen Kirchgemeinde Ganterschwil drohte die Fremdverwaltung durch die Kantonalkirche. Um nicht bevormundet zu werden, stellte sich Fuschini als Präsident zu Verfügung. Wie er bei seiner Verabschiedung vom Sonntag, 28. August und dem nachfolgenden Kirchgemeindefest auf der Letzibrücke in Lütisburg erzählte, schlüpfte er an Pfingsten 2011 in die Rolle des Pfarrers, da Koni Menet erkrankt war. «Dies war ein einmaliges Erlebnis, liebäugelte ich doch bei der Studienwahl mit der Theologie.»

Zusammenschlüsse und Umnutzung
Fuschinis Weg war kurz darauf gekennzeichnet durch zwei Gemeindezusammenschlüsse: Jener von Ganterschwil mit Bütschwil-Mosnang und später mit Lütisburg zur heutigen Kirchgemeinde Unteres Toggenburg. In Erinnerung bleiben dem ehemaligen Präsidenten nicht nur der Gottesdienst im Pfaffenholz, das Reformationsjubiläum, die Coronazeit, das Sommerspiel und die generationenübergreifenden Kirchgemeindefeste sondern vor allem auch die Anlässe, wo die Musik im Zentrum stand. «Sie vermögen oft mehr zu bewirken als viele Worte.» Auf den Weg gebracht hat der Ganterschwiler am Schluss noch die Umnutzung der evangelischen Kirche in Lütisburg. «Die vergangenen elf Jahre waren für mich ein Geschenk. Es war ein Nehmen und Geben. Ich habe sehr viel erhalten. Danke, es war wunderschön.»

Gemeinsamer Auftritt und Fest
Roth, Zehnder und Fuschini gehen nun vertrauensvoll neue Wege. Unter dieser Idee stand denn auch der Gottesdienst vom vergangenen Sonntag, an dem die beiden Kirchenchöre Lütisburg und Ganterschwil erstmals gemeinsam auftraten und unter der Leitung von Felipe Cattapan Stücke des Toggenburger Komponisten Peter Roth sangen. Nach der Feier begaben sich die Gottesdienstteilnehmer auf den Weg hinab Richtung alte Letzibrücke, wo das Kirchgemeindefest bei Speis und Trank seinen Ausklang fand.
2022-08-28; Gemeindefest 2022
29.08.2022
18 Bilder
weitere Bilder anzeigen
Fotograf/-in
Katharina Meier